Zur Gründung des Clubs

Anfang der 50-er Jahre wurde das Siemens-Büro in Osnabrück ausgebaut und durch Versetzungen aus Münster, Dortmund und Essen personell verstärkt. So entstand bei den heimischen und den zugereisten Kollegen der Wunsch, auch nach Feierabend ab und zu mal zusammen zu sein, um privat sich etwas näher kennen zu lernen.
Was liegt in solch einem Fall näher, als auf die Kegelbahn zu gehen, denn dort kann man bei Bier und Spiel mit den Kollegen, auch Gedanken austauschen. So wurde im November 1956, das genaue Datum läßt sich beim besten Willen nicht mehr feststellen, eine Kegelbahn angemietet und ein Kreis von Siemens-Kollegen fand sich zusammen, um mit einer Kugel möglichst viele Kegel, im Höchstfalle jedoch „9“ umzuwerfen.
Dieser Kreis wurde dann durch die Teilnahme weiterer Kollegen größer und die Kegelabende zu einer ständigen Einrichtung. Auch eine Kegelbahn wurde nach verschiedenen Versuchen in diversen Gaststätten fest gebucht. Man einigte sich auf eine Kegelbahn, die ganz in der Nähe zum Siemens-Büro, damals in der Möserstraße, lag, nämlich die Bahn der „Gaststätte Liese“ in der Seminarstraße.
Man kann es sich heute nicht mehr vorstellen, aber damals mußte zu jedem Kegelabend ein Kegeljunge bestellt werden, der die Kegel mit der Hand aufzustellen hatte. Eine automatische Kegelbahn mit kompletter Anzeige der einzelnen Würfe und der Addition der einzelnen Kegel, wie es heute selbstverständlich ist, das gab es damals noch nicht. Darüber hinaus mußte aber auch noch ein Kegelbruder jeden Wurf aufschreiben und die Spielabrechnung machen.Gekegelt wurde nach Dienstschluß ab 17.30 Uhr, zunächst an jedem Mittwoch, dann 14-tägig am Donnerstag. Um 20.00 Uhr wurden dann die Stühle und die Spiele gewechselt, denn es war üblich, den angebrochenen Abend mit Skat zu beenden.eblieben sind bis heute die Anfangszeit, das Ende des Spiels und der Wochentag. Gewechselt wurde 1968 nur die Gaststätte, denn Familie Liese gab das Lokal auf, und so mußte zwangsweise eine andere Bahn gefunden werden. Nach Probekegeln auf diversen Bahnen wurde beschlossen, die Kegelbahn in der Gaststätte „Zum Adlerhorst“ in der Lerchenstraße als Stammsitz zu wählen. Bis heute wird auf dieser automatischen Kegelbahn, die aber technisch nicht mehr dem letzten Stand entspricht, gekegelt.
Während bei den Kegelbahnen eine gewisse Treue und Konstanz zu vermerken ist, ist die personelle Besetzung des Kegelclubs seit Anfang des Bestehens starken Veränderungen unterworfen worden. Durch Versetzungen, aus familiären Gründen usw. wurden der „NEUEN“ im Laufe der Zeit doch recht viele. In den letzten Jahren mußten wir aus dem Ablauf des Lebens bestimmenden Gründen auf einige Kegelbrüder verzichten. Deshalb wurde versucht, den Kegelclub wieder auf eine angemessene Zahl von Kegelbrüdern zu bringen, um einen geregelten Kegelbetrieb aufrecht zu erhalten. An anderer Stelle wird versucht, die Namen aller ehemaligen Kegelbrüder zusammenzustellen. Hervorzuheben ist aber unbedingt, daß alle Kegelbrüder dem Siemens-Büro Osnabrück angehört haben und, bis auf geringe Ausnahmen, eine Harmonie geherrscht hat, die jedem Kegelbruder etwas gegeben hat.Soweit man sich erinnern kann, mußten wenig Kegelabende wegen zu geringer Beteiligung abgesagt werden! Gastkegler waren immer gern gesehen, nicht nur wegen der Pflichtrunde Bier; sondern auch wegen des Gedankenaustausches. Stammhausbesucher im TB-Osnabrück wurden selbstverständlich zum Kegelabend eingeladen. Es wird erzählt, daß Siemens-Kollegen aus anderen Büros oder aus dem Stammhaus ihre Besuche so legten, daß eine Teilnahme am Kegeln möglich war.

( Auszug aus der beachtenswerten Chronik von Joachim Wygold, die er jährlich aktualisiert )

 

zurück