14 Tage auf der Insel "La Palma"

Seit Jahren verleben wir den Urlaub im Frühjahr auf den Kanaren, da ich eine unangenehme Pollenallergie habe und auf die Art vor den Plagegeistern flüchte. Wir haben viel über die Insel La Palma gelesen, und so beschlossen wir, dieses Jahr diese Insel zu erforschen. 1 Woche Mietwagen war vorab gebucht in Deutschland ( ca. 50€  günstiger als dort vor Ort !), als Appartement-Anlage wurde uns die Hacienda San Jorge in Los Cancajos empfohlen. Dieses kleine Touristenzentrum liegt ca. 4 km südlich der Hauptstadt Santa Cruz de la Palma. Wir waren überrascht von der schönen Anlage, ein grosser Garten mit Pool mit herrlich alten Bäumen und vielen Wasserspielen, alles sehr gepflegt. Das Appartement war gut ausgestattet mit Allem, was man zum Selbstversorgen braucht, ein Restaurant und ein Supermarkt befinden sich aber auch in der Nähe. Fazit: Sehr empfehlenswert ! Mit AirBerlin ging es vom FMO über Nürnberg nach La Palma, aber in der Sommersaison ist der Umweg über Nürnberg nicht notwendig wenn man, wie wir, in der Nähe vom Airport Münster-Osnabrück wohnt.

Hacienda San Jorge Hacienda San Jorge
Der Strand von Los Cancajos Haciena San Jorge

Der Tourismus bewegt sich auf dieser Insel noch in angenehmen Bahnen, keine Bettenburgen, und er ist eigentlich nur auf zwei Orte beschränkt: Puerto Naos an der Westseite und eben Los Cancajos mit einigen Appartement-Anlagen und einem größeren Hotel an der Ostseite der Insel. Der nahe Flughafen stört kaum, da der Flugbetrieb nicht mit den andren Kanaren zu vergleichen ist. "Insel der Wanderer und Naturfreunde" ist der touristische Oberbegriff, also keine lauten Discos, aber auch kein grosser Badestrand, und wenn, dann mit schwarzem Lavasand. Die Strassen sind sehr gut ausgebaut, so dass man bestens mit dem Leihwagen alles Sehenswerte erreichen kann. Und da gibt es wirklich viel zu bestaunen.

Der Süden von La Palma

In der Umgebung von Fuencaliente ahnt man, dass auch La Palma vulkanischen Ursprungs ist. Zwei Vulkane sind zu besichtigen, der grössere San Antonio, um dessen Kraterrand man spazieren kann mit herrlicher Aussicht auf die Südwestküste und der erst 1971 ausgebrochene Volcán de Teneguia. Ganz im Süden dann auf einer Landzunge zwei Faros ( Leuchttürme ), ein alter, der restauriert wird und der Neue aus Beton. Und um alles grosse Lavafelder, "mal pais" nennen es die Einwohner: "schlechtes Land", aber einige Bananenplantagen sind dort trotzdem zu finden, wie fast überall auf der Insel.

 

Der Westen von La Palma

wird eindeutig geprägt von endlosen Bananenplantagen, die nur unterbrochen werden von schönen kleinen Orten wie Los LLanos der Aridane oder El Paso. Auf der Fahrt durch die Cumbre Nueva, einem Bergrücken, der die Insel in zwei Teile teilt, findet man rechts vor dem Ort El Paso das Info-Zentrum für die Region der Caldera de Taburiente. Hier lohnt es sich auf jeden Fall, auch wenn man nicht Wanderer ist, die Weg hinauf zum Mirador der Cumbrecita zu fahren um dann einen wunderschönen Spaziergang zu machen mit Blick in die Caldera. Die Küste erreicht man über Tazacorte, und der Hafen dieses Örtchens ist zugleich der grösste Fischereihafen der Insel. Von dort kann man über schier endlose Serpentinen zum Aussichtspunkt El Time fahren, hier hat man einen wunderschönen Blick auf den Westen der Insel und kann einen Kaffee trinken.

Der Nordwesten und Norden von La Palma

mit den Orten Puntagorda und Garafia, hier sind die Bananenplantagen verschwunden, aber Mandelbäume stehen überall. "Schön und verschlafen" sagt der Reiseführer zu dieser Gegend, dem stimmen wir zu ! Wenn nicht die Caldera de Taburiente wäre und mit ihr den Höchste Berg der Insel. Roque de Muchachos ist sein Name und dank der Europäischen Union, die dort oben einige Observatorien betreibt, gibt es eine gut ausgebaute, aber enge und kurvenreiche Strasse zum Gipfel. Aber es lohnt sich, denn der Ausblick ist, so die Wolken nicht zu tief fliegen, phänomenal. Vor Allem der Blick in die Caldera lohnt sich, einem kraterähnlichem riesigen Kessel.

Der Nordosten von La Palma

Hier sind es die Orte San Andres und Los Sauces, die einen Besuch lohnend machen. Wanderfreaks schwören auf die Farn- und Lorbeerwälder in der Schlucht von Los Tilos. Sehenswert soll auch das vom Meer abgetrennte Naturschwimmbecken Charco Azul sein, leider war es durch Strassenbauarbeiten bei unserem Besuch nicht erreichbar. Hier im Nordosten sind die Strassen nicht ganz so gut ausgebaut wie auf der übrigen Insel, aber man arbeitet daran. Ganz im Norden liegt der Ort Barlovento, und hier am Ortsrand entdeckten wir dann Hotel Nr. 3 auf La Palma, das Palma Romántica, schön gelegen, edel in der Ausstattung.

Die Hauptstadt Santa Cruz de la Palma

ist eine typisch spanische Inselhauptstadt im Miniformat. Eine schöner Platz vor dem Rathaus mit einer alten Kirche, enge Gässchen, eine geschäftige Haupt- und Einkaufsstrasse, stille Parks und eine Nachbildung der Kolumbus-Kogge in Beton, aber täuschend echt im Holzlook nachgemacht.  Dieses Schiff beinhaltet im Bauch ein kleines Schifffahrts-Museum. Am schönsten jedoch sind die restaurierten Fassaden alter kanarischer Häuser mit den typischen Balkons, an der Hauptstrasse  zu finden und zu bestaunen.

Tipps:

Der Reiseführer, der uns für die Ausflüge gut unterstützte: Marco Polo " La Palma" mit einem Reiseatlas zum Autofahren. Einige der Restaurant-Tipps haben wir ausprobiert, auch hier: empfehlenswert. Ein Mittagessen zu Zweit in einem ländlichen Restaurant kostet so im Schnitt 6-10 Euro. Die "papas arrugadas", also die kanarischen Runzelkartoffeln mit Mocho-Sauce sind fast immer auf der Karte zu finden als Beilage zu "coniecho", also Kaninchen, oder zum frischen Fisch. Auf der Insel wird Wein angebaut, wie auf fast allen Kanareninseln, als "vino de pais" empfehlens- und preiswert zum Essen.

              


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